Der Wassernix als Kater in der Buschmühle bei Lübbenau

Eine Sage aus Lübbenau, Landkreis Oberspreewald-Lausitz

In der Buschmühle unweit Lübbenau im Spreewalde hat früher ein Nix sein Wesen getrieben und einen eigenen Gang gehabt, auf dem hat er immer Pferdegraupen gemahlen. Da ist der alte Müller gestorben und sein Nachfolger, der von diesem unheimlichen Müllerburschen Kenntniß bekommen, hat nichts mehr von ihm wissen wollen und darauf gesonnen, wie er ihn los werden könne. Einst sitzen nun die Mahlgäste bei ihm um einen Kessel voll Fische am Feuer und erzählen sich von Nixen und Martin Pumphut1, ein wandernder Mühlknappe und Erzzauberer saß zufällig auch mit dabei.

Auf einmal erscheint ein großer schwarzer Kater und langt mit seiner Pfote hinein in den Kessel nach den Fischen, Martin Pumphut aber nicht faul, schlägt ihn tüchtig auf dieselbe, so daß er mit lautem Miauen verschwindet. Aber eine unsichtbare Macht mahlt immerfort den Nixengang, obwohl er geschützt ist, und wirthschaftet ganz furchtbar darin herum. Da erbietet sich Martin Pumphut gegen den Müller, er wolle ihm für ein gutes Stück Geld den lästigen Gast schon wegbringen.

Am nächsten Abend schüttet er Pferdegraupen unter die Fische und thut mit den andern Gästen, als äßen sie frisch darauf los. Der Nix hat nun aber die Witterung von den Graupen und kommt richtig wiederum als schwarzer Kater zu dem Kessel, und langt ohne Weiteres, als wenn gar Niemand da wäre, mit der Pfote in den Kessel, Martin Pumphut aber nimmt das Schlichtbeil und haut ihm mit demselben die Pfote ab, also daß sie in den Kessel fällt. Darauf ist der Nix mit entsetzlichem Miauen verschwunden und seitdem nicht wieder erschienen, der Pferdegraupengang aber stand augenblicklich still und keine Kunst des Mühlenmeisters war im Stande ihn wieder zum Gehen zu bringen.

So ist es geblieben bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts, wo die Mühle abgebrannt ist und mit ihr der berüchtigte Nixenmahlgang.
Aus: Grässe, Johann Georg Theodor: Sagenbuch des Preußischen Staats 1–2. Glogau: Carl Flemming, 1868/71

*Die ursprüngliche Schreibweise und Rechtschreibung wurden beibehalten.